LiteratenOhr-Wettbewerb: Die fremden Körper (August 2000)
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1. Preis (zweimal vergeben)
Daniela Danz und Anke Hüper
 
Daniela Danz

Zentrum - 1999

An dem Hemd hing noch Wärme.

Denn das ist auch ein ganzer Körper ein Fuß.
Der Mensch hebt den Fuß und sogleich die Erinnerung beginnt wo
die Sinneswahrnehmung keinen Stoff mehr hat.


Sie spürt die Wärme des Hemdstoffes noch an ihrer Fußsohle als sie den Fuß schon wieder hebt und nach einem Zögern auf den Boden setzt.

natürlich verwundert sie sich wie lange ein Wollstoff Wärme bewahrt

Wie Schlangen ihre Haut abstreifen steif und trocken
steht und federleicht der Stoff auf dem Boden, ein eigentümliches
Postament für das Modell der letzten Kontraktion.


und tatsächlich fragt sie sich warum das Hemd diese Falte trägt wie eine Maske von festestem Stoff und begegnet hier stellvertretend dem Scheitern die Falten anders sich vorzustellen als so

Ihre Fußsohle speziell wäre dieser Wahrnehmung zufolge kälter als Brust Bauch und Rücken.

und freilich zittert sie und ihr Blick flackert seltsam über den leblosen Stoff als

Mehr als eines Menschen einzelnes Staunen ist der sich
nicht unterbrechende Fortgang des Geschehens.


Als sie den Fuß wieder auf den Boden gesetzt hat beginnt sie zu warten ob der Stoff in kleiner Entfernung von ihrem Fuß sich abkühlen werde und wie sich solches feststellen ließe da nun ihr Fuß noch in der Erinnerung die Wärme zurück an Brust Bauch und Rücken führte wo sich die Wärme selbst begegnen müßte wenn sie nicht durch das Gewahrwerden der Kälte des eigenen Körpers am Ort des Fußes abgekühlt wäre. Dann nämlich begegnete sie sich selbst als Andere in dem Maße der Differenz innerhalb des eigenen Körpers hervorgerufen durch die Trennung von ihrem Hemd das die ganze Zeit Brust Bauch und Rücken bedeckte die Wärme des Eigenen angenommen hatte und noch trug als es fremd auf dem Boden lag und vom Fuß des Eigenen berührt wurde der kälter war als das leblose Hemd. Nur durch erneute Berührung mit dem Fuß ließe sich feststellen ob der Stoff die Kälte des Bodens annahm oder entgegen jeder physikalischen Ansicht die an diesem Punkt ihres Denkens zum Vorurteil verkommen war ihre Wärme behielt.

Was uns schreckt ist die Beliebigkeit.


Einen Hund sieht sie quer über den Platz laufen und einen Mann wie den Hund der schaut und sieht durch eine Scheibe aus Glas in der Mitte des Platzes mitten im Pflaster. Der Hund aber denkt da unten sei Afrika und die Sonne schiene dort gerade zu solchen Zeiten zu welchen sie hier nicht scheint und dem folgt der Mann quer über das Pflaster.

Wo nun begegnet der Mensch einem Ort der dem gleich
kommt dem er gleicht.


Und als wären der Platz und die Richtung die einzigen, die man in dieser Art zu gewisser Tageszeit so queren konnte gehen Mann und Hund den gleichen Weg über den Platz zurück. Das überrascht sie nicht und erstaunt auch sonst keinen außer dem Platz denn er war eher da und kann nicht anders.

wo nun die Notwendigkeiten einmal aufgehoben sind fragt sie sich warum dieser Platz an diesem Ort ist doch mit dem Platz war das Scheitern der Konsequenz dieses Denkens schon vor ihrer Verwunderung da

Der Hund aber denkt sie hat gewiß auf dem Pflaster kalte Pfoten und das denkt sie ließe sich nachweisen.
 
Kommentar der Jury:

Gedächtnisräume oder der freigelegte Blick in die schräge Welt

Was haben Fuß und Erinnerung gemeinsam? Beide lösen sich vom Grund, müssen ihr Gewicht dennoch mit sich herum tragen. Das Gewicht des Körpers, das Gewicht der Erinnerung. Die Bewegung eines Menschen, die Erinnerungen auslöst und sich dort fortsetzt, wo die Materie ihre Ende findet. Wirklich ihr Ende? Und was ist mit dem Hemd, das seine Falte trägt wie eine Maske von festestem Stoff? Und die Wahrnehmung ihrer Fußsohle, die kälter als Brust, Bauch und Rücken? Minutiös das kleinste Detail wahrnehmend, befreit Daniela Danz die Dinge aus ihrem Kontext, der sie nicht zur Geltung kommen läßt . So wird der Fuß ganz zum Fuß, ein prosaisches Hemd zum poetischen Gegenstand, ein vertrauter Ort zum neuen Phänomen. Die Dinge sind mehr als die Dinge. Wenn man sie sieht. Und wo, so ein Satz von Daniela Danz, der gleichsam schlicht und philosophisch zum Ausdruck bringt, was uns anrührt, - 'begegnet der Mensch einem Ort der dem gleich kommt dem er gleicht'?
 

Anke Hüper

Um zwölf Uhr Eiswürfelaufguss

Es ist fünf vor dreiviertel. Zwei Amerikanerinnen drücken ihre Nasen an der Scheibe platt. Sie simulieren die Suche nach einer dritten Amerikanerin. Finden Sie nicht, bleiben dort aber trotzdem stehen. Ein Einbeiniger verwahrt seine Krücken. Das versteht man. Eine Zweibeinige legt ihre Brille in die Ablage und muss natürlich, weil sie jetzt nichts mehr sieht, genau dort stehen bleiben. Dafür hat jeder Verständnis. Wie aus dem Boden gewachsen kreisen immer mehr Leute den Eingang ein. Unauffällig. Noch ist es erst vierzehn vor. Der eine oder andere Unerfahrene begibt sich schon mal trotzig hinein. Denn die Plätze sind bekanntermaßen nicht nummeriert. Noch hat man die freie Wahl. Vermeintlich. Sie wählen. Und wissen noch nicht: Egal, wie sie wählen, es ist immer die falsche Wahl. Wer sich auskennt, wartet noch zu. Es passen fünfundvierzig Leute rein. Jedenfalls ist das bisher der Rekord. Kein Grund zur Panik. Die Krampfader zählt unauffällig mit und lässt dabei ihren Kopf stakkato tanzen. Der Robert-Mitchum-Verschnitt bebraust noch mal kurz seinen mächtigen Brustbauch.

Da endlich kommt der Meister, ganz in weiß. Schiebt den Metallwagen - so einer wie die, mit denen im Krankenhaus das Essen ausgegeben wird - zum Resopalschrank. Holt den Senfeimer mit der Holzkelle heraus. Stellt ihn zu den drei anderen Senfeimern, in denen schon Eiswürfel lauern. Dieses Geräusch schließlich, Plastik auf Metall, das ist der Anpfiff. Auf einen Schlag drängen sie nun alle gleichzeitig hinein. Wer neben seine Liebste zu sitzen kommen möchte, verkrallt ihre Hände in den seinen. In der oberen Reihe schreckt eine liegende Dame hoch. Ihr blitzschneller Versuch, das Handtuch unter sich dergestalt um neunzig Grad zu drehen, dass sie die Füße eine Etage tiefer abstellen kann, wird unmittelbar vereitelt von Robert Mitchum, der seinen Rücken so hinorganisiert, dass ihr nur noch ein buddhistischer Schneidersitz übrigbleibt. Jetzt beträgt der mittlere Abstand noch fünf Zentimeter. Vier. Drei. Zwei. Jemand informiert über den aktuellen Stand: neununddreißig. Schon freut sich ein anderer: Dann sind ja noch sechs Plätze frei. Mit drei bis vier Minderjährigen kann man noch die Ecken füllen. Nummer fünfundvierzig ist ein draufgängerischer Schnurrbart, wahrscheinlich Versicherungsmakler, von der Sorte, die immer zu spät auf jede Party kommen, weil sie so beschäftigt sind. Wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis es auch hitze- und feuchtigkeitsbeständige Handys gibt! Mit forschen Schritten besteigt er fremdes Frottier, na, es geht doch, warum nicht gleich so.

Der Meister wirft einen prüfenden Blick in die Runde. Kinder, seid ihr alle da? Und schon bedient er den Feuerofen. Das Zischen veranlasst die Altgedienten, ihre Arme hinter dem Kopf zu verschränken, mit den Ellbogen auszuholen und den Neulingen rechts und links eins um die Ohren zu hauen. Die denken, das gehört zum Ritual dazu, Hauptsache sie leiden. Da freut sich die Schweißdrüse in der Achselhöhle! Erst macht der Meister ihnen den Handtuchpropeller. Köpfe weg, schreit er die erste Reihe an. Dann gibt er ihnen die Frau Holle. Packt das Frottier an zwei auseinander liegenden E­cken, schlägt es mit voller Kraft über ihnen aus. Atmen ist Nebensache. Schwitzen. Darum geht es. Schwitzen. Spüren. Schmelzen. Vergehen.

Immer wieder gibt es welche, die aufs Atmen bestehen. Mittendrin flüchten. Doch der Meister passt auf, dass die Tür nicht zu lange geöffnet wird. Wer feige ist, kann jetzt noch gehen. Ja, geh‘ doch! Ein Mitesser weniger! Umso besser! Gierige Hände greifen in die Eiswürfel. Erst an der Schläfe kreisen lassen, dann am Hals, an der Hauptschlagader. Der Rest tropft vom Schenkel. Endlich: die Zitrusfruchtscheiben! Aber, gell, nicht einer alles. Schön teilen. Mahnt der Meister und schickt die Plastikteller herum. Natürlich ist die Blutgrapefruit zuerst weg, dann die Orangen. Der Zitronenscheiben erbarmen sich zum Schluss immer dieselben. Die nie genug bekommen können. Aus den Senfeimern werden Zielscheiben. Für die abgenuckelte Schale. Der Meister geht in Deckung.

Um fünf nach dann der erste Massenexidus: dreißig nackte Leiber auf der Flucht, nasse Tücher hinter sich herschleifend.

Sauna kommt von sau-nah.
 
Kommentar der Jury:

Ein neuer Filmhit?

Ganz anders als in Zentrum - 1999, aber dennoch mit ähnlichen Techniken arbeitend, verfremdet Anke Hüper hier eine Welt, die für sich zu sein scheint. Eine Versammlung von Einbeinern, Zweibeinern, Schnurrbärten, Krampfadern und Senfeimern? War bei Danz die sich verflüchtigende Wärme eines Hemdes ein Thema, das Erinnerungen auslöst, so läßt die Temperatur in Hüpers Stätte keine Erinnerungen mehr zu. Nackt, schwitzend, vergehend: Hier tropft auch die Erinnerung davon. Der Mensch wird ganz zum Körper , wenn er schwitzt.
 
Biobibliographien
 
Daniela Danz
05.09.1976 Geburt in Eisenach
1983-1991 Besuch der Grund- und Oberschule in Wutha-Farnroda
Besuch des Albert-Schweitzer-Gymnasiums in Ruhla
1995 Beginn des Studiums der Kunstgeschichte, Philosophie und Germanistik in Tübingen
1997 Einjähriger Studienaufenthalt in Prag
1998 Studium an der Humboldt-Universität Berlin
1999 Studium der Kunstgeschichte und Germanistik an den Universitäten Leipzig und Halle
Literarischer Lebenslauf
1. Preise:
1994 Sonderpreis der Wartburgstiftung
1995 Preis beim Treffen Junger Autoren (TjA) Berlin
1997 4. Preis der Regensburger Schriftstellergemeinschaft International (RSGI)
1997 und 2000 Hessisch - Thüringischer Literaturpreis
2. Veröffentlichungen:
- Literaturzeitschriften (Der Literaturbote, Maskenball u.a.)
- Anthologien (Nagelprobe - Suhrkamp, Zwischen den Rädern - Anrich)
3. Lesungen:
u.a.
- mit anderen plattform - Autoren (Verein junger Autoren) in Stuttgart und Berlin
- mit Nils-Christian Engel in der Werkstatt Lee Babel Heilbronn
- mit drei Preisträgern des Hessisch-Thüringischen Literaturpreis in Stadtbibliotheken (Offenbach, Hofgeismar)
 
Anke Hüper
Anke Hüper wurde 1959 in München geboren. Sie studierte Anglistik, Germanistik und Geographie in Würzburg, Heidelberg und Karlsruhe. Anke Hüper ist als Lehrerin im Raum Karlsruhe tätig.
 
 
 
2. Preis (dreimal vergeben)
Alexandra Lavizzari, Sudabeh Mohafez und Monica Munn
 
Alexandra Lavizzari

Torre de Belém

Von den Zinnen des Turms aus suchte ich das Schiff. Meine Füsse berührten den Boden kaum, auf Zehenspitzen lief ich über den Stein, haltlos fast, suchte im weiten, meerwärts drängenden Strom mein Schiff, das Weiss seiner gebauschten Segel, den Mast, auf den ich klettern wollte, um als erste die Küsten zu sichten, die grünen, die sandigen, voll Versprechen eines Anderswo, das mir seit meiner Ankunft in Lissabon vor den Augen tanzte. Lange Zeit tuckerten nur Kutter und Barkassen am Turm vorbei, auch ein Dampfer stach vom nahen Hafen in See, mit Wimpeln und glitzernder Reling, mit Kindern, die winkten. Aber ich hatte kein Auge für sie, ganz andere Sehnsüchte trieben mich an diesem Morgen. Ich lehnte mich hinaus und reckte den Hals und löschte mit geschlossenen Augen die Jahrhunderte, die mich von der grossen Fahrt in die neue Welt trennten, dem Kindheitstraum, sah eines nach dem andern die Jahre auf den Grund sinken, ungewesen, stand an die Zinnen gelehnt und wartete, musste die Ewigkeit eines Herzschlags warten, bis endlich mitten im Fluss, schon weit gegen die Mündung zu, meine Karracke erschien.
Ich war nicht allein. Jemand hielt mich in der Gegenwart fest, er zeigte mir eine Brücke und neben dem Pfeiler den einsamen Heiland, nannte Jahreszahlen, Namen von Königen und Seefahrern. Er stellte mich in den Erker mit dem schmalen Fenster und fotografierte mein Gesicht, meinen steifen Körper, merkte nicht, dass die Frau, die in seine Kamera lächelte, gar nicht lächelte, sondern sich den Ufern entlang in den Dunst hinaus tastete, dass sie ins Wasser watete, eintauchte und dem dunklen Riesen hinterher schwamm, auf den sie so lange gewartet hatte. Er machte viele Fotografien von mir, obwohl ich nur noch ein Punkt am Horizont war, er wollte mir Erinnerungen für später schenken, damit ich zuhause unsern Ausflug nach Belém ins Album kleben könne, er meinte es gut, doch von der Hetzenden im Fluss, die um ihr Leben schwamm, hinaus, dem offenen Meer zu, am Leuchtturm vorbei, die nach dem ausgeworfenen Seil griff und wie ein erschöpfter Fisch von der Besatzung an Bord gezogen wurde, umjubelt oder verhöhnt, wie konnte sie das in ihrer Freude noch wissen, von ihr machte er kein einziges Bild.
Er fragte, gefällt Ihnen die Aussicht, und sprach vom Glück des Wetters. Februar, und fast schon die Gnade eines Sommertags. Er hatte keine Ahnung von den Stürmen, die auf offener See tobten, der Kälte, von diesem schrecklichen Schaukeln und meinen Ängsten, wenn ich mich, über die schiefen Bretter geschleudert, mit letzter Kraft noch an die Brüstung klammerte. Er besudelte sich auch nicht an den blutigen Striemen, welche die gespannten Taue in meine Hände gescheuert hatten, als er meine Hand ergriff und mich von den Zinnen fortzog, die seinen blieben rein und hatten eine Wärme, die gefährlich war. Er holte mich damit aus dem Sturm zurück, er führte mich rund um den Turm und zeigte mir die anderen Taue, die steinernen, die manuelinischen, in denen sich kein Tang je verfangen und das kein Meersalz je geätzt hatte.Und während ich die Turmmauern emporschaute und dem verspielten Lauf der Seile folgte, staunte, wie geschmeidig sie sich um die Fenster rankten, sich knoteten und lösten, spürte ich meine Hand in der seinen brennen, die Wunden waren geplatzt, und schon klatschten die Wellen wieder aufs Deck, mein Haar, vom Gischt bespritzt, klebte mir im Gesicht, meine Kleider flatterten in der Bö, aber ich lachte, ich lachte aus vollem Mund, das Tau hatte gehalten, mein Schiff, das eben noch ein Spielzeug des Wetters gewesen war, es segelte wieder gen Westen, keilte sich sicher durchs aufgewühlte Wasser, es meisterte den Wind und die Nacht, steuerte rasch dem Küstenstrich zu, der plötzlich in der Morgensonne gleisste. Die neue Welt!
Ich warf einen letzten Blick zurück auf den Tejo, als wir zusammen den Turm verliessen und über den Brettersteg an Land gingen, wir wollten noch das Kloster in der Nähe besichtigen, seinen Kreuzgang und die Grabmäler des Seefahrers und des Dichters, wir wollten noch so viel sehen, aber ich setzte den Fuss in den feuchten Sand, der Meersaum rollte die Muscheln heran und spülte meine Spuren weg, ich ging unerkannt, ging allein und entdeckte das schreiende Rot der Papageien in den Bäumen, schmeckte die fremden Früchte und atmete den Geruch der Gewürze, in den sich der Schweiss von dunkler Sklavenhaut mischte. Jahre blieb ich drüben, mein ganzes Leben, vielleicht handelte ich mit Edelsteinen, vielleicht züchtete ich Vieh, hatte Kinder und ein Fischerboot, ich weiss es nicht, ich blickte noch immer zum Fluss zurück, auf dem die Kutter und Barkassen tuckerten, und hörte mich sagen, wie entzückend die Architektur dieses Turms sei, von hier aus wirke er so zierlich, so viel kleiner als auf dem Prospekt.
 
Kommentar der Jury:

Gleich zu Beginn wird hier die Schere zwischen Gegenwart und Zukunft, zwischen fiktionaler Realität und Imagination der Protagonistin, zwischen Raum und Zeit, weit geöffnet. Der Turm, fixiert und befestigt in der Gegenwart, öffnet den Blick auf die Unendlichkeit des Meeres für das Feld der Imagination, repräsentiert durch den mobilen Raum des Schiffs, der nirgends eine Bleibe hat, es sei denn im Wasser, dem Reich der Phantasie und Schwerelosigkeit. Der Blicks aufs Meer (mit geschlossenen Augen!!!) `löscht die Jahrhunderte`, die die Protagonistin 'von der grossen Fahrt in die neue Welt trennen' und entfernt sich immer mehr von ihrem `Platzhalter der Gegenwart`, dem Mann, der die Gegenwart mit Jahreszahlen, Namen von Königen und Photographien zu fixieren versucht. Kunstvoll arrangiert die Autorin ihre Symbole; wie Danz ist sie Meisterin in der Wahrnehmung von Details. Und wie bei Danz spielt die Bewegung des Fußes eine entscheidende Rolle. Die Füße bilden den Rahmen der Kurzgeschichte. Berührten sie zu Beginn den Boden kaum, was auf die Bereitschaft der Protagonistin hinweist, Gegenwart und Realität des fiktionalen Textes zu verlassen, so sind es entschiedene Schritte, die die Exidussituation beschließen, nachdem der Blick die Gegenwart verabschiedet hat. `ich setzte den Fuss in den feuchten Sand, der Meersaum rollte die Muscheln heran und spülte meine Spuren weg, (...) unerkannt`. Die Schwelle in das gelobte Land der Imagination und Abenteuer, in dem die Gesetze der Empirie keine Geltung mehr haben, wird für immer überschritten. Wer bleibt zurück? Ein Mann mit Grabmälern und Kreuzgängen - alleingelassen, vielleicht ohne es jemals zu wissen.
 
Sudabeh Mohafez

Körperfremde

In Wahrheit ist sie nur virtuell existent.

Die Vorstellung, es könnte sie wirklich real, in einer unbestreitbaren Form geben, ist geradezu lächerlich. Vorhandensein ist nichts weiter als eine Frage der Relation und der Perspektive. Was eben noch eine Wesenheit ist, kann im nächsten Moment eine Abwesenheit sein. Über diese Dinge gibt es keine Macht. Wie also könnte Existenz etwas Behauptbares sein? Es ist kindisch, von solchen Dingen auszugehen, lächerlich, auf Realitäten zu bestehen, den Versuch zu unternehmen, auf ihrer Manifestation zu beharren. Sie hat sich folglich aufgelöst. Das ist nicht schwer. Im Gegenteil, es ist sogar eher unvermeidlich als kompliziert. Die einfachste Methode, eine Auflösung zu bewerkstelligen, ist eine gründliche und vor allem ununterbrochene Selbstdurchbohrung mit Fragen, die auf einem permanenten Perspektivwechsel beruhen. Eine derartige Unternehmung hat sie hierher gebracht. Vor langer Zeit schon. Obwohl natürlich auch die Beschaffenheit der Zeit eine Frage des Blickwinkels ist. Der Raum ist vollkommen leer und auf eine phantastische Weise unbegrenzt. Sie befindet sich in absoluter Nicht-Verbundenheit, in einem Zustand willenlosen Schwebens. Hier drinnen ist es weder hell noch dunkel und auch nicht kalt oder warm. Der Ort ist voller Ersticken, denn es gibt keine Luft. Sie schluckt nach Sauerstoff wie ein Fisch nach Wasser. Immer wieder. Aber da ist nichts, was die Lungen füllen könnte. Und dennoch, auf eine unerklärliche, ja fast unheimliche und irgendwie alptraumhafte Weise, lebt sie weiter. Bei vollem Bewußtsein ist sie ihrer Sinne beraubt: Sie weiß, daß es ihr unmöglich ist, das zu wissen. Sie versucht, nicht verrückt zu werden. Aber Verrücktwerden gibt es ohnehin nicht. Nichts gibt es. Am Rande der vollkommenen Leere, die sich konturlos über unaufhörliche Weiten erstreckt, flackert etwas. Es ist der Hauch einer Irritation, die nicht hierher gehört, hier nicht sein kann. Eine gewichtslose Bewegung, ähnlich der miniaturhaften Wassererhebung, die das einzelne Haar einer Flaumfeder verursacht, wenn es die Oberfläche eines gewaltigen, spiegelglatten Sees berührt. Sie versucht, sich abzuwenden, doch ihr zeitloses Schweben setzt sich unabänderlich fort. An diesem Ort gibt es keinen Willen, keine Bewegung und keine Absicht. Das Flackern pocht wie ein stetig wiederkehrendes Befremden am Saum des Nichts. Auf eine unwirkliche Weise, befindet sich dieses Pulsieren in etwas, das zu ihr zu gehören scheint. Aber das ist nicht möglich, denn sie ist hier innen und nicht jenseits der Demarkationslinie, an der jäh das Virtuelle endet und, ja was ... ? das Draußen sich befindet? Machtlos bemerkt sie, wie ein Trudeln einsetzt. Etwas beginnt, sie unmerklich um ihre eigene Achse zu drehen. Ihre durchscheinend-irrealen Füße richten sich nach dem Pochen aus und schwerfällig nimmt sie den hauchzart einsetzenden Sog wahr, der sich aufgemacht hat, das Nichts unmerklich zu penetrieren. Das Wirbeln wird immer schneller, der Sog immer stärker und sie beginnt bereits, Schmerzen zu empfinden. Torturen tropfen durch sie hindurch. Erst nur ganz sachte und entfernt, in der Nähe des Flackerns an der Peripherie, fast jenseits ihrer Wahrnehmung. Dann stürzen, stetig zunehmend, stärker, heftiger und vorbehaltloser, grellbunte Schmerzmosaike auf sie ein. Sie spürt, weit abgelegen, irgendwo jenseits der Barriere, einen Magen, der sich in schlimmsten Krämpfen windet, einen Kopf, der schier zerplatzt, einen Rücken, der gequält an irgendwelchen Knochen hängt. Das Kreiseln hat sich in ein wahnwitziges, sausendes Drehen verwandelt. Mit der Stärke einer Zentrifugalkraft hält es sie an die Wände seines Inneren gepreßt. Immer weiter zerrt es sie mit sich nach ... unten? ... oben? ... irgendwohin. In der Tiefe flackert ein blutigrotes Scheinen. Ohnmächtig rast sie in irrsinnigen Pirouetten darauf zu. Mit gewaltiger Macht zieht es an ihr. Unvermeidlich ist dies das Ziel des hetzerischen Treibens. Ein stummer, entsetzlicher Schrei entwindet sich ihr und dann, ganz plötzlich, ist die Leere fort. Sie hört sich stöhnen, nun da sie wieder eine Stimme hat. Tief, erschöpft und gequält. Sie steckt im ungestalten, ja geradezu monströsen Körper einer Frau fest, der sie sich einverleibt hat. Er ist ein Kessel voller Schmerzen. Stundenlang hat er gefressen. Guerillataktik. In Todesangst hat er versucht, sie zu bezwingen. Gegen die nichtstoffliche Polyphonie der unendlichen und willkürlichen Menge möglicher Deutungen ihrer Selbst, gegen die Auflösung, wirft er alles, was er hat, in die Waagschale: Sein gewichtiges Fleisch und Blut. Er zwingt sie, ihn zu spüren: Er schmerzt und schmerzt und schmerzt. Der Zustand ist unerträglich. Sie haßt dieses widerliche Stück Fleisch, das stärker ist als sie. Haßt es abgrundtief. Zwischen ihnen herrscht Krieg. Sie versucht es auch mit Zwang: Der Körper soll sich übergeben. Aber das ist ihr noch nie gelungen. Würde jemand sie im Gegenzug das Kotzen lehren, wäre sie bereit, viel dafür zu geben. So jedoch muß sie die Taktik wechseln: Sie schmeichelt dem Verhaßten. ´Du hast Hunger. Großen, unersättlichen, furchtbaren Hunger. Vergiß das nicht! Du muß fressen, fressen, fressen´, flüstert sie ihm zu. ´Und bei mir darfst Du so viel fressen, wie Du willst. Wie die Made im Speck darfst Du sein bei mir. Es gibt nur eine einzige Regel: Niemals darfst Du fressen, was von außen kommt.´ Der Körper ist glücklich, daß er am Leben ist und tut wie ihm geheißen: Er frißt sich selbst. Sie aber frohlockt, denn nun wird alles wieder weniger. Bald sind nur noch spärliche Reste übrig von ihr, nur noch jämmerliche Andeutungen des Körpers. Die Leere nähert sich mit großer Geschwindigkeit. Sie kann sie schon spüren, jenseits des Fleisches, das sie noch umgibt. Das Vakuum wächst und wächst und raunt ihr seine Stille zu, während der Körper frißt und frißt und die List erst viel zu spät durchschaut. Da nämlich steht sie schon wieder an der Schwelle und geht den einen Schritt, der sie aus ihm hinaus ins Nichts befördert. Auch diese Methode der Selbstauflösung ist nicht wirklich schwierig zu vollbringen. Im Grunde genommen, handelt es sich tatsächlich ebenfalls lediglich um eine Frage der Perspektive, denn in Wahrheit ist, wie gesagt, alles nur virtuell existent.
 
Kommentar der Jury:

Auch Sudabeh Mohafez beobachtet Details. Anders als bei `Torre de Belem` richtet sich ihr Blick jedoch nicht von einem fixierten Punkt aus in die Weite, sondern von außen nach innen - aus dem unbegrenzten, leeren Raum absoluter Unverbundenheit hinein in die Enge eines `monströsen Körpers einer Frau`, der sich die Protagonistin einverleibt hat und mit der sie in Zwietracht lebt. War bei Lavizarri die Intensität der Körperempfindungen eines der Ziele der Grenzüberschreitung, so ist hier das Gegenteil der Fall. Der Körper muß sich auflösen, um die Last der Empfindung zu verlieren.Während sich der Körper noch gegen die Auflösung zur Wehr setzt, ist die Entscheidung bereits gefallen, denn so lautet das Gebot der sich im virtuellen Raum wähnenden Protagonistin an ihre fleischlichen Überreste in der Realität, den Raum, den sie bisher noch einnehmen, zu vernichten: Friß Dich selbst! Die Auflösung vollzieht sich unter gräßlichen Qualen, die Schwelle wird überschritten. Davon abgesehen, daß, wie die Autorin in ihrem essayistischen Rahmen etwas leichtfüßig kommentiert, ohnehin alles nur virtuell existiert.
 
point (point) n. A geometric object which does not have property or dimension other than location; a degree, condition, or stage; a particular or definite spot in time.
--Webster's Dictionary, Nickel Press, 1994

Monica W. Munn

The Space Inside the Circle

It lies in the difference between Things -- how they sound or look -- and the Real Effect, which can never be captured or expressed. Sometimes one almost sees the words, which offer form to thoughts, hanging in the air, thick and tangible like honey or frail and breakable like the expression on the face of a defeated child. Like a triangle without a peak, a circle without a center, there exists no form without a point of reference, without the abstract of the concept: Geometry, constellations of lonely beings.

She looked at the skyline of Mannheim from a standpoint, from a certain position. The giant ferris wheel hulked in the left corner of her line of vision, the lights flashing slowly. It rotated at almost exactly the same pace at which it had been built, keeping nearly the same hours as the construction workers who had put it together, bolt by bolt, stopping only for the rain or at the end of the working day. The giant ferris wheel would stay there for another week, she noted, and thought about the children who had probably enjoyed the slow turning, the time- warpish climb, the dreamlike movements against gravity, and who would use it to construct their own experiences -- milestones, remembered points in time along an uncharted course -- exactly as she had done in her own childhood. But that thought was birdlike, fleeting. What she then noticed was more important -- or what she felt and did not exactly notice: the movement inside the frame, the fluidity within the form itself, the smaller swings and turns that one does not always consider when viewing objects in their wholeness.

Another feeling came slowly then, the breathlike trace of a passed, a lost, ascent. It almost manifested itself as some type of longing for what was not to be had, but that wasn't exactly it. She did not follow that line of reason any further and the thoughts trickled from her head gradually, like a sound slowly diminishing or the seats of the giant ferris wheel when they disappeared lazily, steadily over the top of its frame: a second hand on a red clock mocking, the murdered moments in an increment of time. She ceased to notice the lonely lights of the chairs after they had vanished and then resurfaced from the bottom, rising -- another circle, tabula rasa razed, new beginnings stifled by the seeming import of the perpetuation.

One could get lonely with his own thoughts, she noted, could grow weary of the turning: constant rebirth from decaying flesh. She concentrated on the concept, which somehow seemed ripe to her at the moment. One began to be interested in his own theories again as one's original findings were reinforced by experiences and they became linear, were recognized to be Truth. And one was sometimes proud of his personal philosophies, although he didn't communicate them to the person standing next to him, the belief, the feeling of autonomy suddenly fluid, superceding the words. One became more self-assured when one believed in his own theories and suddenly one did not feel as aspiritual as before -- for example, when looking in the mirror, one's own selves turning behind his eyes, the skull showing under the skin.

The skyline was stubborn and dark behind the giant circle, the motion still before her, unceasing. Someone embraced her and the cycle continued with its lights: still no beginning, no termination, the slanting frame fixed to the center of it all: solid, rendered invisible. The night was getting cooler and with the heat of the two arms, the slight pressure, centripetal, she no longer felt so proud and independent. The body betrays the thoughts, the form contains no ideas without words.

The person who was renting the apartment from which she held her current vantage point claimed to have the best balcony in Mannheim. It was wider than most, stretched around the corner of the building and got larger, bigger on the other side. He boasted that it even held a ladder, so that one could climb closer to the heavens, to the stars. She had been up there a few times with the person renting the apartment, where she had sat with her back pressed against the chimney for warmth and where she had been embraced, held tightly, either because it was cold or for other reasons, after they had toasted and finished the champagne. At that point in time, she had not looked at the giant ferris wheel anymore and had also not thought too intensely about anything, since the geometry of existence had seemed, at that point in time, fixed.

Stare at the center and the points smoothe with the motion, she surmised squinting and hearing the sound of his footsteps fade down the rungs of the ladder: with eyes halfway closed, a lion tamer's flaming hoop. The sky obscured the patterns of the stars, but the points of light on the edge of town, bound, shone through it all clear and true. A jagged edge in the roofing pressed sharply against the sole of her left shoe. Imagining this to be the force that held her in check, she half-hopped in a slow arc around it, one quarter crucified: Oh how quickly my bones do move! / The braces, the torques / That wrenched me together / Have stripped my sockets like screws /. Only a few, slow drops of blood would trickle from the wound: the anchor, the frame, the force holding it all intact, in tempo, in motion. The empty space in the middle - bound to limits - contained something thick, invisible: flypaper, surface area. Belief had always been infinite, linear, the child on the end of the chain breaking away and flailing in another direction, red rover the path to progression. She shook her head and moved slowly towards the edge, thinking of rats on treadmills, social circles, of force unseen.

Sometimes nature calls. She climbed back down the ladder from the roof and went through the apartment, past the small, apricot-colored kitchen to the bathroom, where she no longer trembled from the cold and lowered her pants: gravity, the cycle of liquid. The color of the walls seemed too vague, too expansive and she wondered why the kitchen was painted such a cheerful apricot. She thought about the difference, as if she could have learned something from it, had she known the reason that the kitchen was so bright and the bathroom such a moody blue. She had no point of reference then and lost the thought, as if it had been rinsed away through the pipes and back into the earth, swirling in the same direction as hands on clocks all over the Northern hemisphere. She locked the door.

She regarded the big bathtub, which had, perhaps, also contributed to the cycle of it all when she had sat in it alone in milk and bubble bath, the water too hot, wondering and smiling stupidly about the times to herself as if they had had a real purpose other than holding them both down against the chaos of spinning with the earth, dogs on the same chain tied to a stake in the middle of oblivion. She had wondered what it all meant and had been conscious that her body betrayed her age, the fact that she did not look like she did five years ago. At the same time, she noted that the person renting the apartment's body also did not look perfect, was also not without flaws, the lines no longer as straight and clear as they had been; and after that moment, she was no longer as critical about herself.

She walked back through the empty spaces in the apartment to the balcony and into the cold air that smelled like night. She stared at the giant ferris wheel again. It had not stopped turning, the lights disappearing and surfacing, the empty circle, the mighty props of the frame contradicting the improbable softness of its dreamlike rotation.

Maybe we should have a child, the renter of the apartment said, smiling and holding out his arms, now on the edge of the balcony. He reached for her and looked at the giant ferris wheel, too, which had finally stopped. She regarded the stranger standing before her and thought to herself: no birth, no rebirth -- linear or circular, the geometry is a confining concept.

(with special thanks to arhawkins)


 
Kommentar der Jury:

2. Preis/III

 
Biobibliographie
 
Alexandra Lavizzari
geboren 1953 in Basel, Studium der Ethnologie und Islamwissenschaft in Basel lebte 1980-84 in Kathmandu, Nepal; 1985-90 in Islamabad, Pakistan; 1990–95 in Bangkok, Thailand; seit 1999 in Rom, Italien. Verheiratet, Mutter von drei Kindern
Publikationen
1984 Thangkas, Rollbilder aus dem Himalaya. Kunst und mystische Bedeutung, DuMont Verlag, Köln
1990 Der Belutsche. Erzählungen. GS-Verlag, Basel
1991 Virginia Woolf. Materialien. Suhrkamp Verlag, Frankfurt a./M.
1992 Warqa und Gulschah von Ayyuqi. Ein Liebesepos, übersetzt aus dem Persischen. Manesse Verlag, Zürich
1993 Am Tag des ungebrochenen Zaubers. Gedichte. Dendron Verlag, Chabrey
1999 Ein Sommer. Novelle, Zytglogge Verlag, Bern
Ankündigung: Herbst 2001 Gwen John, Rodins kleine Muse. Roman, Zytglogge Verlag, Bern
Daneben anglistische Aufsätze für die Neue Zürcher Zeitung, Buchbesprechungen für den Berner Bund, Erzählungen und Gedichte in verschiedenen Literaturzeitschriften.
 
Sudabeh Mohafez
Geboren 1963 in Teheran / Iran
Migration in die Bundesrepublik Deutschland 1979
Seitdem wohnhaft in Berlin (BRD)
Diplom Pädagogin und Flötistin
Seit sieben Jahren Frauenhausmitarbeiterin
im 2. Autonomen Frauenhaus Berlin
 
Monica W. Munn
is the author of various short stories, articles and interviews and is a multiple award winner for short stories in the USA. She spent the most inspirational years of her life in Athens, Georgia, where she earned degrees in Journalism and German Literature, and which she still considers to be her home. She is currently working in Munich, Germany, where she stares at the Alps from the window in her office and contemplates new stories to dream herself away from her day job. She hasn't quit it yet.
O, Georgia! An Anthology of Georgia’s Newest and Most Promising Writers (award publication)
„She Turns Angels“ (1996, fiction)
„Slab“ (1997, fiction)
“Gardens of Grey” (1999, non-fiction)
German Life Magazine/SIRS-Renaissance (International Research Database CD-ROM bought article)
„To Tell The Truth? The East German Literary Debate“ (main feature, socio-political)
„Heiner Müller - Tod des Katastrophenliebhabers“ (biography)
Creative Loafing Newspaper
„It’s All in our Hands: The Olympic Torch Relay“ (cover feature - news)
Cybersuds: Online Soap-Com Hits The Net“ (cover feature - news)
„Suburban Fairy Tale“ (cover feature, interview)
„The Plight of Gwinnett County’s Potbellied Pigs“ (cover feature - news)
„Fall of the Berlin Wall: Art Unveiled at Stone Mountain“ (cover feature - news)
„Part Truth, Part Invention - Storyteller Carmen Deedy“ (feature - interview)
The Red & Black Newspaper
„Taxi, 2:00 a.m.“ (editorial feature)
The Athens Banner-Herald / Daily News
„Nutrition in the 1990s“ (special feature) The Charlotte Observer
„Moral Whitewashing in the Bible Belt“ (editorial feature)
Flagpole Magazine
“Nikki Sudden – Elizabethan Balladeer” (interview)
„Age of Radio“ (editorial)
Publications of the Mississippi Philological Association
„The Salt of the River Mosel“ (fiction) The Zoo: A Journal of Arts and Literature
„Communion“ (fiction)
The National Library of Poetry
„Post-Wake“ (poetry)
 
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